Vegetarische Hunde- und Katzenernährung

Das Thema - fleischlose Ernährung für Katz' und Hund ist ein heißes Eisen.

Im Gegensatz zum Menschen sind diese Haustiere zweifelsohne echte Fleischfresser.

Das Problem kann man meiner Meinung nach in drei Teile aufteilen:

1. Ist eine fleischlose Ernährung für Katze und Hund ohne gesundheitliche Einschränkung möglich?

2. Leiden die Tiere darunter?

3. Ist eine vegetarische Ernährung Artgerecht?

Zum ersten Punkt: Ja - man kann ohne Einschränkung sagen, daß durch eine vegetarische Ernährung keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigungen zu befürchten sind. Es ist eher das Gegenteil der Fall, wie Studien belegen.

An erster Stelle sei hier die Studie von PETA geannt: http://www.peta.de/info/fakten/dfsveg12.html

Das Zufüttern von Ergänzungsstoffen ist nicht lebensnotwendig, wir haben jedoch die Erfahrung gemacht, daß eine regelmäßige Gabe von Vegedog die Vitalität nochmals steigert. Vegedog ist beim Versandhandel erhältlich.

Ein sehr gutes Buch darüber hat James A. Peden geschrieben :"Vegetarische Hunde- und Katzenernährung"

Das Buch ist im Echo-Verlag erschienen , wo man es auch direkt online bestellen kann. Im Buchhandel ist es ebenfalls erhältlich.

Bei Katzen ist unbedingt zu beachten, daß Taurin zugefüttert wird, da Katzen ansonsten erblinden können.

Seit einiger Zeit ist ein gutes vegetarisches Trockenfutter für Katzen erhältlich, das von Katzen gerne gefressen wird und alle notwendigen Stoffe - auch Taurin - enthält. Das Futter ist unter dem Namen: Amicat im Versandhandel erhältlich.

Nun zum nächsten Punkt: Leiden die Tiere darunter?

Da man dies mit seinem Hund nicht bei einem Bierchen besprechen kann, ist eine Antwort eine Abschätzung. Ein Hundgenießt ja nicht ein sechsgängiges Menue - sondern er verschlingt sein Futter und wartet auf den Sättigungseffekt.

Wir sind der Meinung, daß man durchaus so kochen kann, daß es einem Hund schmeckt, er zu 100% Zufrieden ist und überhaupt nichts vermisst. Besonders Pasta Gerichte und Seitan lieben Hunde sichtlich.

Der letzte Punkt - die Artgerechtigkeit - wird gerne von Kritikern vorgekramt.

Als allererstes kann man sich hier an die eigene Nase fassen: Lebt der Mensch artgerecht? Keinesfalls - weder leben wir auf Bäumen noch ernähren wir uns von wilden Früchten, selbstgesammelten Wurzeln, usw.

Wollen wir "artgerecht" leben? Ich behaupte mal nein.

Nun zum Hund:

- ist es artgerecht, daß Hunde in der geheizten Wohnung auf Sofas leben?

- sind gepreßte und zu tode gekochte Abfälle der Industrie artgerechtes Futter?

- haben Hunde ein mehrere Kilometer großes Revier, in denen sie frei herumlaufen dürfen?

Alle diesen grob nicht-artgerechten Haltungsmodalitäten werden von den Kritikern großzügig toleriert - aber die vegetarische Fütterungsweise - die genauso gut oder schlecht für den Hund ist, wie das normale Hundefutter, dies wird vehement abgelehnt.

Im Tierheim Siegen wurden die Hunde eine ganze Zeitlang erfolgreich vegetarisch ernährt, bis dies von einflußreichen Personen, die nicht der Meinung waren, daß Vegetarismus was mit Tierschutz zu tun hat, gecancelled wurde.

Die Leute dort haben großartige Pionierarbeit geleistet und unter anderem die Erfahrungen von anderen Menschen, die ihre Hunde vegetarisch ernähren, gesammelt und veröffentlicht.

http://www.die-tierfreunde.de/inhalte/info/veget_umfrage/berichte.htm

Hier noch ein paar Tipps von jemandem mit sehr langer Erfahrung in der veget. Ernährung von Hunden:

1. Jeder Hund ist anders und sollte daher individuell (vegetarisch)
gefüttert werden, denn jeder Hund verwertet seine Kost unterschiedlich, egal
welchen Alters, Geschlechts oder Rasse er ist, d.h. Vitamine zufüttern
sinnlos (meine Meinung, da ich bei beiden Hunden, die ich hatte und die
gleich ernährt wurden, eine Haaranalyse hab machen lassen, die zu völlig
unterschiedlichen Ergebnissen kam - eben das Problem mit der Verwertung).

2. Mindestens 3 kleinere Mahlzeiten am Tag, da sich so das Getreide etc.
besser verdauen läßt.

3. Wie beim Menschen: frisch gekocht ist besser als aus der Dose, und
Vielfalt ist angesagt.

4. Das füttern, was dem Hund schmeckt - natürlich mit Vernunft. Denn der
Hund weiß schon, was er braucht.

5. Nie Mängelerscheinungen gehabt, insbesondere nicht, seit ich nichts
Kommerzielles mehr füttere. Und was bitte soll an Kartoffeln, Reis, Nudeln,
alle Arten von Gemüse, Hülsenfrüchten, Fleischersatzprodukten, Sojaprodukten
etc. schon verkehrt sein?

6. Als Anreiz evtl. auf Weizenglutenprodukte (Huhnersatz etc.) aus dem
Asia-Shop zurückgreifen. Eine Dose kostet da ca. 1,60 Euro. Billiger als
veganes Hundefutter!

7. Möglichst kein Leitungswasser geben wegen der Verseuchung und Belastung.
Stattdessen Quellwasser und Himalaya-Kristallsalzsole, das entgiftet den
Körper und hat noch alle 84 Urelemente. Da kommen dann auch keine Mängel
auf, denke ich. Außerdem ist es besonders gut für herz- und nierenkranke
Tiere (auch Katzen).

8. Ich persönlich halte nichts von dem ganzen Vitaminfirlefanz. Wenn der
Hund die vegetarische Ernährung prinzipiell annimmt (und man kann es ihm als
Rudelführer durchaus "schmackhaft" machen), er abwechslungsreich und
möglichst von Frischem ernährt wird, kann er eigentlich keine
Mangelerscheinungen bekommen.
Habe länger L-Carnitin zugefüttert, es aber später auch sein lassen. Fand es
unnötig und zu teuer. Und als Mensch nehme ich es ja auch nicht.

9. Mal zurückdenken, wie es vor der Erfindung des kommerziellen Hundefutter
war: die vielen Hunde, die es gab, im wesentlichen auf dem Lande, wurden von
menschlichen Abfällen ernährt, also das, was vom Tisch abfiel. Und die
Menschen damals haben EXTREM wenig Fleisch gegessen, sprich die Hunde haben
hauptsächlich Kohlenhydrate bekommen und ihr Eiweiß aus Hülsenfrüchten
gedeckt. Und waren die alle krank und kurzlebig? Doch wohl eher umgekehrt!

http://www.tofus.de